Nachrichtenarchiv 2016

Jahresrückblick 2016

Schon wieder ist ein besonderes Jahr rum - Zeit, einen Blick in den Rückspiegel zu werfen, ohne dabei den Blick nach vorne zu verlieren.

Das vergangene Bienenjahr war geprägt von wetterbedingt geringeren Honigerträgen und starkem Milbenbefall.

Unser Projekt „Re-Aktivierung Lehrbienenstand“ wurde seitens der KfW-Stiftung als ein Beitrag zur Biodiversität gewertet. Demzufolge erhielten wir einen Zuschuss von 5.000 EUR, der u.a. in neue Beuten, eine Honigschleuder, eine Info-Tafel und einen Schaukasten investiert wurde. In Arbeit ist der Bau eines Insektenhotels sowie von Beutenreitern. Neben unserer Standardbeute, der „Hohenheimer Einfachbeute“, haben wir nun eine Dadant-Beute sowie einen „Oberträger-Bienenkasten“. Der Vorteil dieser Topbar-Bienenhaltung: sie erfordert keinen größeren technischen Aufwand, gleichzeitig ermöglicht sie aber, den Nestaufbau und die Organisation des Bienenvolkes in natürlicher Form und Umgebung zu beobachten. Mithin ideal für die Lehre.

Ausgestattet mit dieser neuen Infrastruktur gilt es in 2017, verstärkt für das Thema Bienenhaltung zu werben und Neu-Imker für die Aufgabe des Erhalts und der Pflege der Honigbiene gut vorzubereiten. Um das zu erreichen, muss die Arbeit  auf mehrere Schultern verteilt werden, d.h. wir benötigen Helfer im Tagesgeschäft, die mit anpacken, aber auch Obleute/Beiräte, die sich in den Verein eingliedern und spezielle Themen übernehmen. Wir warten auf  Mitarbeit - werden aber auch gezielt auf  Mitglieder und/oder interessierte Neu-Imker zukommen.

In 2016 waren neun Schulungsmaßnahmen geplant, neun Veranstaltungen wurden auch durchgeführt - trotz des plötzlichen Abgangs eines Referenten. Seine zwei Veranstaltungen hatten dankens-werterweise die beiden Vereinsvorsitzenden übernommen. Hierzu ein paar Zahlen: 

  • an den 9 Veranstaltungen nahmen insgesamt 271 Imkerinnen und Imker teil (davon 155 Gäste). Am besten besucht war (wieder) der Anfängerkurs „Bienenpflege“ mit Herrn Müller-Engler  mit 51 Teilnehmer (davon 41 Gäste) 
  • in 2016 fanden auch 4 Frühschoppen (für Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins) statt. Hier wurde anhand der Vereinsvölker imkerliche Praxis eingeübt und/oder einfach nett beisammen gesessen. Den Weg zu unseren Frühschoppen fanden insgesamt 58 Mitglieder.

Die große Anzahl an Gästen zeigt, dass wir unseren gemeinnützigen Auftrag bestens erfüllen. Der Vorstandsvorsitzende hat sich auch für 2017 (wieder) bemüht, ein attraktives Schulungsprogramm auf die Beine zu stellen. 

Abschließend noch ein paar Zahlen zur Vereinsentwicklung. Der Verein hat aktuell

  • 52 (aktive/passive) Mitglieder (42 Männer/10 Frauen) sowie
  • 17 Fördermitglieder (7 Männer/10 Frauen) und
  • 1 Lehrbienenstand (mit 8 Völkern).  

In 2016 hatten wir 12 Zugänge und 7 Abgänge. Das Durchschnittsalter liegt nun bei 56 Jahren und damit erfreulicherweise unter dem Bundesdurchschnitt. Das jüngste Mitglied ist 27 Jahre jung, das älteste Mitglied ist 84 Jahre alt.  

Die Anzahl der Bienenvölker beträgt insgesamt 352 Völker, d.h. im Schnitt hat jedes Mitglied 7 Völker, was dem Bundesdurchschnitt entspricht.  

Es gab einige Veränderungen im Vorstand: Seit dem 20. Mai 2016

  • ist Stefan Neumann 2. Vorsitzender unseres Vereins und zugleich Zuchtwart
  • fungiert Helmut Siegert, neben seiner Rolle als 1. Vorsitzender, kommissarisch als Kassier des Vereins.  

An dieser Stelle Dank,

  • sowohl an Dieter Albert, der jahrelang 2. Vorsitzender war und sich nun, dankenswerterweise, weiterhin um und um unser Vereinsheim herum kümmert,
  • sowie an Theo Fuchs, der jahrelang für korrekten Geldverkehr und eine ordentliche Mitgliederverwaltung gesorgt hat.

Und zu guter Letzt: Gratulation und Dank an Stefan Neumann zu seinem Fachwart (für unseren Verein von unschätzbarem Wert) - herzlichen Dank auch an alle anderen Mitglieder, die sich aktiv am Vereinsleben beteiligt haben (ohne die es unseren Verein in Kleinostheim, so agil wie er sich heute präsentiert, nicht gäbe).  

Der gesamte Vorstand wünscht friedvolle Feiertage und ein in jeder Hinsicht gesundes und zufriedenes Jahr 2017 - mit diesmal vollen Honigtöpfen!

Im Namen des Vorstands und der Obleute

Dr. Helmut Siegert 
(1. Vorsitzender)


Nachlese zum Jahresausklang

Am 2. Dezember trafen sich Mitglieder und Freunde des Vereins, um gemeinsam bei einem guten Essen, das Jahr ausklingen zu lassen. Nach der aus Akustikgründen kurz gehaltenen Begrüßungsrede des 1. Vorsitzenden ließen sie in anregenden Gesprächen das von wetterbedingt geringeren Honigerträgen und starkem Milbenbefall geprägte Bienenjahr Revue passieren. Der Besuch von den Gästen aus Damm und Großostheim zeigt ihre Verbundenheit mit unserem Verein und die Bereitschaft zur Kooperation, die sich auch in gemeinsamen Schulungsterminen niederschlägt. Fotos sind hier.

 

Mit Bestürzung und Trauer haben wir die Nachricht aufgenommen, dass Altbürgermeister Kammerlander am selben Tag verstorben ist. Er hatte für die Imkerei und die Anliegen unseres Vereins stets ein offenes Ohr.  Als damaliger Leiter des Bauamts stand er dem Verein 1985 beim Bau des Lehrbienenstandes beratend zur Seite. Er wird uns als großer Freund und Unterstützer des Vereins und der ehrenamtlichen Arbeit in Erinnerung bleiben.


Stefan Neumann ist neuer Fachwart

Unser 2. Vorsitzender und Zuchtwart, Stefan Neumann, hat die Prüfung zum Fachwart bestanden. Herzlichen Glückwunsch von Vorstand und allen Mitgliedern!

Für einen Bienenzuchtverein, insbesondere mit einem Lehrbienenstand, ist diese Ernennung enorm wichtig, zeigt sie doch, dass wir uns als Verein um die Weiterbildung unserer Alt- und Neumitglieder nicht nur bemühen, sondern sie auch qualifiziert umsetzen.


Arbeitseinsatz am Vereinsheim

Für den 5.11. hatte der Vorstand zum Arbeitseinsatz am Vereinsheim eingeladen. Pünktlich zum Arbeitsbeginn um 9 Uhr fing es an zu regnen. Das hielt die versammelten Mitglieder aber nicht davon ab, ein großes Stück Vereinsgelände von Brennnesseln und Efeu zu befreien, wo im Frühjahr eine speziell als Bienenweide zusammengestellte Blühpflanzenmischung ausgesät wird.

Leider mussten wir nach 2 Stunden den Einsatz abbrechen, da alle ganz durchnässt waren. Die restlichen Arbeiten werden deshalb auf einen Termin mit besserem Wetter verschoben, der kurzfristig bekannt gemacht wird.

Vielen Dank an Anja, Bernhard, Dagmar, Dieter A., Dieter H., Frank, Gabi, Helmut, Michael, Philipp und Stefan, die mit großem Einsatz dem widrigen Wetter trotzten. Hoffentlich hat sich niemand bei der Aktion erkältet!

Der Arbeitseinsatz war als letzte aktive Veranstaltung in diesem Jahr geplant. Die Schulungsveranstaltungen hatte Stefan am 28. Oktober mit seinem Vortrag über "Winterbehandlung und Rest-Entmilbung" abgeschlossen.

Zum Jahresausklang treffen wir uns am 2. Dezember in der Gaststätte "Zum Steinbachtal". Den dann fälligen ausführlichen Jahresrückblick werden wir anschließend an dieser Stelle veröffentlichen.


"Lesen gefährdet die Dummheit"

Nach diesem Motto stellt der Bienenzuchtverein seinen Mitgliedern seine - durch die Fördermittel der KfW-Stiftung ergänzte und modernisierte - Bibliothek zur Ausleihe zur Verfügung.

Bis maximal 4 Wochen dürfen die Bücher ausgeliehen werden. Wer sie so interessant findet, dass sie länger benötigt, sollte sie sich kaufen. Die Preise sind erschwinglich.


"Viele gestalten Vielfalt" - der BZV Kleinostheim ist dabei

Mit der Initiative „Viele gestalten Vielfalt“ unterstützt die KfW Stiftung das ehrenamtliche Engagement im Natur- und Umweltschutz. Insbesondere Projekte mit einem kleinen Projektvolumen konnten sich für Fördermittel der Stiftung bis zum 28. Februar d.J. bewerben. Die geförderten Projekte sollen zur Nachahmung anregen und deutlich machen, dass auch im kleinen Rahmen Wirkungen für eine gesunde Umwelt erzielt werden können und sich jeder nach seinen Möglichkeiten beteiligen kann. Gefördert wurden gemeinnützige Vereine, gemeinnützige Stiftungen sowie gGmbHs, mit Schwerpunkt

• Naturschutz,
• Artenschutz sowie
• Biodiversität.

Hinsichtlich der Biodiversität kommt eine im Februar 2016 veröffentlichte Studie des Welt-Biodiversitätsrates IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services; Link: www.ipbes.net) zum Ergebnis, dass weltweit immer mehr Bestäuberarten vom Aussterben bedroht sind. Die wichtigsten Bestäuber sind Bienen, genauer: Wild- und Honigbienen. Weitere Bestäuber sind Schmetterlinge, Fliegen, Motten, Wespen, Käfer, Vögel und Fledermäuse. Ihre Bestäubungsdienste sind ein landwirtschaftlicher Input, der die Pflanzenproduktion überhaupt erst sicherstellt. Mithin wirken sich eine höhere Bestäuberdichte und eine größere Biodiversität direkt positiv auf den Ertrag sowie auf die Fruchtqualität und damit auch auf die Ernährungssicherheit aus.

Zwecks Erhaltung dieser Biodiversität stehen Honig-Bienen daher im besonderen ökonomischen und ökologischen Interesse. Allein die Notwendigkeit, dass überall genügend Bienenvölker bereitstehen, rechtfertigt eine Unterstützung der Bienenhaltung: während Honig leicht importiert werden kann, funktioniert dieser (Aus-)Weg bei der Bestäubungsleistung der Honigbienen nicht: die Handbestäubung mag in China eine Alternative sein – in Deutschland kommt sie (noch) nicht in Betracht!

Die natürlichen Ressourcen, von denen wir Menschen abhängig sind, sind nicht nur unsere pflanzlichen Grundnahrungsmittel. Für den Erhalt und das reibungslose Funktionieren von Ökosystemen übernehmen Bienen auch wichtige ökologische Funktionen. Was würde mit dem Bienenwolf (einer Wespe) oder dem Bienenfresser (einem Vogel) passieren, wenn es keine Honigbienen mehr gäbe? Ganze Ökosysteme würden sich verändern – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt.

Honigbienen benötigen allerdings eine spezifische Betreuung, die stets (auch bei wenigen Völkern) fachmännisches Handeln erfordert. Insofern sind Ausbildung und ständige Weiterbildung der Bienenhalter für den Fortbestand der Bienen zwingend notwendig: es gilt insbesondere Anfänger zu betreuen, zu qualifizieren und zu motivieren, sodass die steigenden Anforderungen mit guter imkerliche Praxis bewältigt werden können, um so die ökologischen Leistungen der Bienenhaltung langfristig zu sichern.

Im Dezember 2015 hat der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Kleinostheim einen Antrag auf Förderung des Projektes „(Re-)Aktivierung des Lehrbienenstands“ bei der KfW Stiftung in Frankfurt gestellt, da der alte Lehrbienenstand „in die Jahre“ gekommen war. Die Qualitätsmaßstäbe für einen Lehrbienenstand sind hoch und die erfüllte der alte Lehrbienenstand des Vereins nicht mehr bzw. er bedarf einer Modernisierung.

Ende März  2016 kam die gute Nachricht, dass die beantragten Fördermittel in Höhe von 5.000 EUR, die einen erheblichen Teil der Projektkosten decken würden, vollumfänglich bewilligt wurden.

Keine Frage, für die wohlwollende Entscheidung aus Frankfurt ist der Verein der KfW Stiftung sehr dankbar, denn durch die Re-Aktivierung des alten Lehrbienenstandes auf dem Vereinsgelände kann die Bedeutung und der Nutzen der Honigbiene für Natur und Umwelt viel besser dargestellt werden. Die enormen Möglichkeiten von Lehrveranstaltungen eröffnen zudem die Chance, die Zahl der Bienenvölker und Bienenzüchter in der Region Aschaffenburg deutlich ansteigen zu lassen.

Während an (theoretischen) Schulungsangeboten (der Bieneninstitute/Verbände) kein Mangel herrscht, fehlt es für die Nachwuchsbetreuung an funktionsfähigen Lehrbienenständen -  als Orte des praktischen Handelns und des Austausches von Erfahrungen, um den Bienenhaltern ein hohes Maß an Wissen und Kenntnissen (weiter) zu vermitteln. Insofern zielt das Kleinostheimer Projekt „Re-Aktivierung des Lehrbienenstandes“ direkt auf „Schutz und Erhaltung von Arten“.

Ein attraktiver Lehrbienenstand ist zudem aber auch eine stabile Basis für eine permanente Öffentlichkeitsarbeit und Ausgangspunkt vielfältiger Aktivitäten (Vorführungen der Bienenpflege, Tag der offenen Tür, Einladungen an Einzelpersonen/Gruppen) – mit dem Ziel, allgemeines Interesse, Fürsprache sowie neuen Nachwuchs zu gewinnen. Mithin zielt das Projekt gleichzeitig auch auf „Sensibilisierung, Information und Bildung“ hinsichtlich der Biodiversität.

Neben der Behausung ist die Nektar- und Pollenverfügbarkeit für Honigbienen die wichtigste Lebensgrundlage. Eine Vielfalt an Feldfrüchten sowie ausreichend Randstreifen und „wilde Ecken“ mit bunt blühenden Wildkräutern bieten die entsprechende Nahrung. Die Bepflanzung der Fläche um den Lehrbienenstand wird daher mit „Veitshöchheimer Bienenweide“ erfolgen, damit auch der Aspekt der Bienenernährung bzw. der Blütenvielfalt in der Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit nicht zu kurz kommt.