Nachrichtenarchiv 2017

Erfolgreiche Teilnahme an der Honigprämierung 2017

Als Einzige im Kreisverband Aschaffenburg haben zwei Mitglieder unseres Vereins an der Honigprämierung 2017 des Landesverbands Bayerischer Imker erfolgreich teilgenommen.

Stefan Neumann erhielt eine Silbermedaille für seinen Sommertracht-Honig, Helmut Siegert je eine Silbermedaille für seinen Frühtracht- und Sommertracht-Honig.

Herzlichen Glückwunsch!


Sie haben die Wahl!

Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Wir Imker setzen uns jahrein jahraus für eine lebensfähige Umwelt für Mensch und Tier ein – nun ist die Zeit sich darüber Gedanken zu machen, welche Partei bzw. welcher ihrer Vertreter sich gleichfalls um einen intakten Lebensraum für Insekten und Vögel bemüht.

Der Befund

Der Rückgang der Insekten ist dramatisch:

(1) der entomologische Verein Krefeld untersucht seit 1905 in Deutschland den Insektenbestand; immer mit den gleichen Methoden. Bei einigen Messpunkten sind seit 1989 rund 80 % der Insekten verschwunden! Ältere Menschen können sich noch an Käfer und Schmetterlinge erinnern, die die Jungen nie gesehen haben – deshalb fällt ihnen ihr Fehlen auch nicht auf.

(2) Das Bundesumweltamt hat eine Studie vorgestellt, in der der Rückgang der Vögel dokumentiert wurde. Insbesondere aufgrund fehlender Insekten sind in den letzten 25 Jahren rund 60 % der untersuchten Brutvögel verschwunden; bei Kiebitzen und Rebhuhn betrug der Rückgang 80 %. Wer von den Jungen kennt noch Feldlerche, Braunkehlchen und Uferschnepfe?

Unsere Umwelt ist hochgradig gefährdet. Verantwortlich hierfür sind wir alle: Vergangenheit ist das, was wir gemeinsam gemacht haben.

Das Problem

Wenn wir unsere Umwelt tatsächlich schützen wollen, müssen wir die massive Anwendung von Pestiziden auf Flächen unseres Ökosystems einstellen. Insektizide töten Insekten, Herbizide vernichten ihre Nahrungsgrundlage - bspw. Glyphosat, ob krebserregend oder nicht, ist ein Totalherbizid, da

(1) Ackerbeikräuter, die für die Nahrungsversorgung aller blütenbesuchenden Insekten von großer Wichtigkeit sind, durch den Einsatz von Glyphosat vernichtet werden;

(2) Glyphosat das Orientierungsverhalten der Bienen derart beeinträchtigt, dass sie nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden.

Laut der UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Dr. Hilal Elver, verstößt der massive Pestizideinsatz in der Landwirtschaft gegen die Menschenrechte.

Die Politik

Und dennoch: die EU-Kommission will die Zulassung für den Wirkstoff Glyphosat für weitere 10 Jahre verlängern. Politiker sollten doch eigentlich dafür Sorge tragen, dass jedem verboten wird, uns und unseren Lebensraum zu vergiften. Eigentlich …

Als Wähler haben Sie am Sonntag die Möglichkeit, die Zukunft mit zu gestalten. Denken Sie darüber nach, wie Pestizide auf uns, unsere Kinder und Kindeskinder wirken. Strafen Sie jene Volksvertreter ab, die (da gut dokumentiert) weiterhin für die Zulassung von Glyphosat sind. Informieren Sie sich, welche Partei/welcher Volksvertreter bereit ist, für ein Verbot von Glyphosat zu votieren  – und wer nicht.

Sie haben die Wahl: Zukunft ist das, was wir gemeinsam machen.

Dr. Helmut Siegert
1. Vorsitzender


Besuch vom Kindergarten "Sausewind" aus Mömbris

Sum, sum, sum – Bienchen summ herum: die fünf- und sechsjährigen Kinder der Kita „Sausewind“ aus Mömbris waren am 23.5.2017 zu Gast beim Bienenzuchtverein Kleinostheim e.V. sowie beim Landesbund für Vogelschutz Untermain in Kleinostheim.  

Überall summten die Bienen auf dem Lehrbienenstand in Kleinostheim. Hermann, Stefan, Frank, Mark und Helmut betreuten die Kinder (es gab natürlich Honig-Brötchen zum Frühstück) und erklärten den Kindern (theoretisch wie praktisch), wie Honig gemacht wird:

Bienen ernähren sich von Pollen und Nektar. Beides sammeln die Arbeiterbienen in den Blüten der Pflanzen. Im Bienenstock geben sie ihre Ernte an andere Bienen weiter. Im untersten Teil des Bienenstocks ist das Einflugloch; hier befinden sich die Brutwaben. Im oberen Teil des Bienenstocks legen die Arbeiterinnen den Nektar und die Pollen in Waben ab. Diese Zellen werden mit Wachsdeckeln verschlossen; darin reift der Honig. Geerntet wird der Honig, indem die (schweren) Honigwaben entnommen, entdeckelt und anschließend geschleudert werden. Unten aus der Maschine rinnt der frisch geerntete Honig durch ein feines Sieb in den Honigeimer. Alte Waben und Wachsreste werden mit einem Sonnenwachsschmelzer eingeschmolzen. Das so gewonnene Wachs wird gereinigt und zu Wachsplatten gepresst. Mit diesen Platten werden neue Rahmen für Honigwaben  bestückt. Damit ist der Honigkreislauf geschlossen.  

Anschauungsmaterial lieferte der Lehrbienenstand „frei Haus“:

In der Trogbeute legen die Bienen ihre Honig- und Brutwaben im Naturbau an, d.h. ohne Wachsplatten; in den Magazinbeuten stecken Holzrähmchen mit Wachsplatten als Bauvorschrift für die Bienen. Im Schaukasten, der mit 3 Waben bestückt ist, kann ein komplettes Bienenvölklein bei seiner Arbeit beobachtet werden, während im Insektenhotel Wildbienen, Schmetterlingen und Hummeln ein Zuhause finden. Werkzeuge, die ein Imker für seine Arbeit benötigt, sind natürlich auch vorhanden: ein weicher Besen zum Abkehren der Bienen von den Waben; ein Smoker, der Rauch erzeugt und dadurch die Bienen im Stock hält; ein Stockmeißel, zum Öffnen der Holzkästen sowie Entdeckelungsgeschirr und eine Honigschleuder für die Honigernte.  

Das Wetter war prächtig; die Bienen waren (wie immer) sanftmütig, die Imker waren (wie fast immer) gut gelaunt, den Kindern hat es nicht nur geschmeckt: mit Interesse und Neugier haben sie auch zugehört, zugesehen und manche interessante Frage gestellt. Dieser Vormittag war für alle Beteiligten ein Gewinn – Dank dem LBV, der diesen Kontakt hergestellt hat. 
[Helmut Siegert]

Fotos vom Kindergartenbesuch stehen in unserer Fotogalerie